
Leider liegen die touristischen Hauptattraktionen Burkina Fasos weitab unserer Route. Aber die sind ja zum Glück nicht das einzige, was ein Land ausmacht. Wir konnten preußisch ausgerichtete Alleen bestaunen (neu gepflanzte, aber auch uralte), sahen Mülltonnen! deutscher Herstellung in Ouagadougou und genossen unbehelligt die Ruhe der Savanne, nur gelegentlich kamen die Bewohner des nahegelegenen Dorfes oder auch mal ein paar Elefanten auf einen kurzen "Schwatz" vorbei. Seit der Unabhängigkeit 1958 wurden und werden zahlreiche Entwicklungshilfeprojekte durchgeführt, die auch sichtbare Erfolge zeigen, trotzdem gehört das Land, nicht zuletzt durch die große Dürreperiode in den siebziger Jahren, noch immer zu den ärmsten der Welt. Grundlage der Wirtschaft von Burkina Faso ist die Landwirtschaft, die in erster Linie dem Eigenbedarf dient und in der über 90% der Erwerbstätigen beschäftigt sind. Wir freuten uns schon auf die angekündigten guten Pisten, hatten aber wohl zunächst mal die falsche erwischt. Hinter der Grenze amüsierten wir uns noch über die Kilometersteine, die ordentlich entlang des Feldweges plaziert waren, der sich Nationalstraße nannte, dann aber ließen uns hundert Kilometer Wellblech auf der nächstgrößeren Straße weichgeschüttelt in einer Kleinstadt ankommen, die so ganz anders war als wir es bisher auf unserer Reise gewohnt waren. Sauber, mit asphaltierten Straßen, Plakatwänden, sogar einer Ampel und auch gleich einem Geldautomaten wirkte das Städtchen sehr modern. Von hier aus ging es über butterglatten Asphalt ohne ein einziges Schlagloch nach Ouagadougou. Hier wollte ich schon immer mal hin, wer weiß denn schon wie die Hauptstadt von Burkina Faso heißt?Eingeweihte - wir dürfen das jetzt auch - nennen sie einfach Ouaga. Zu sehen gibt es allerdings nichts besonderes, nur einmal im Jahr gibt es Filmfestspiele, die wohl für Afrika so bedeutsam sind wie die in Cannes für Europa. Aber die waren jetzt nicht. Nur die aufgetakeltesten Marktfrauen, die wir je gesehen haben. Somit bleibt festzuhalten, dass das interessanteste an der Stadt ihr Name ist. So hielt uns auch nichts länger als Einzukaufen und ein paar wichtige Postkarten zu schreiben; der weitere Weg führte direkt in Richtung Benin, über den Nationalpark von Arly. Widersprüchliche Aussagen über die Vertretung der Tierwelt Westafrikas und der Zwang, bei einer Parkbesichtigung einen Führer dabei haben zu müssen, ließen uns zwischenzeitlich überlegen, ob sich wohl ein kurzer Abstecher lohnen würde, da wir nicht mehrere Tage investieren wollten. Solchen Gedanken nachhängend erspähten wir plötzlich eine Gruppe Elefanten an einem Wasserloch, ganz nahe der Straße. Vollbremsung, zurück und tatsächlich, so ein Glück muß man erst mal haben. Wir waren nicht wirklich in Eile, also blieben wir kurzerhand über Nacht. Nachmittags kamen dann nochmal andere Elefanten, und abends noch ein paar Wildschweine und es raschelte dauernd im Gebüsch, daß wir uns kaum aufs Klo trauten. Am nächsten Morgen frühstückten wir dann gemütlich, während auf der anderen Seite des Wasserlochs die Elefanten eine Dusche nahmen. Erst danach erschien ein Wildhüter, was für uns nichts gutes verhieß, aber er beließ es bei einer Belehrung, daß das Gelände dem Präsidenten gehöre (wem wohl auch sonst) und wir ruhig noch eine halbe Stunde fertig fühstücken dürften.
Der Parkbesuch mit Guide schien uns nach diesem einsamen, sehr ausgiebigen Erlebnis nicht mehr allzu mehrversprechend, so daß wir direkt nach Benin weiter fuhren. Geblieben ist abgesehen von dem Erlebnis mit den Elefanten die Erinnerung an ein sympathisches und für westafrikanische Verhältnisse wohlgeordnetes Land. Hier ist das Fotoalbum
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