Eigentlich dachten wir, in den letzten Wochen vor der Reise könnten wir noch gemütlich alles vorbereiten, einpacken, vielleicht mal nachmittags ins Kino gehen; immerhin hatten wir beide vor der Abreise drei Wochen Zeit, in denen wir nicht mehr zur Arbeit mußten. Weit gefehlt, jeden Tag gab es anderes zu tun, die Möbel mußten weggeschafft werden, vor allem der Inhalt der Möbel wollte sortiert, ausgemistet und verteilt werden. Außerdem gab es - wie sollte es anders sein - auch am Auto noch einiges in letzter Minute zu erledigen. Beim Einpacken kam dann halt doch noch die eine oder andere Idee, wie was besser zu machen ist, so daß wir den Keller mit Werkzeug und dem ganzen Kram, den man vielleicht noch hierfür oder dafür gebrauchen kann erst ziemlich zum Schluß leeren konnten. Und alles hat länger gedauert als gedacht. Auch das ist im Nachhinein nicht wirklich uberraschend. Mitte September war Flohmarkt und tags drauf gleich Sperrmüll. "Eigentlich" sollte danach die Wohnung ja schon leer sein, war sie aber nicht. Unglaublich was für ein Zeug man in den Jahren so ansammelt.Aber na ja, aus dem Kino-Nachmittag wurde nichts, aber letztlich war die Wohnung schließlich auf den Tag genau doch leer. War schon ein komisches Gefühl, so kein "Zu Hause" mehr zu haben. Ich hatte mich hier immer sehr wohl gefühlt, bis auf das letzte Jahr, in dem die Vermieter wechselten und uns das Leben mit unzulässigen Mieterhöhungen, falschen Abrechnungen und unsinnigen Forderungen schwer gemacht haben, so daß wir praktisch täglich mit einem neuen vor Ignoranz strotzenden Brief rechnen mußten. Insofern fiel der Abschied nicht ganz so schwer, leid tut mir nur, daß wir durch unseren Auszug dann doch den Wünschen der Familie Hunkirchen nachgegeben haben, die damit - Zitate - eine "ideelle Erleichterung" hat und außerdem einen Mieter mit einem "mentalen Problem" weniger.