
Hier merkten wir, wie anders es ist, wieder ohne Auto unterwegs zu sein. Kein Anhalten mehr da wo es uns gefällt, kein 'lass uns mal eben dorthin fahren', statt dessen heißt es jetzt, die erstbeste Unterkunft aus dem Reiseführer nehmen oder alternativ - Gepäck schleppen. Dafür kommen wir insgesamt viel schneller voran. Wie oft haben wir gesagt, wir wollen nicht jeden Tag fahren, sondern lieber immer mal ein paar Tage an einem Ort bleiben. Immer wieder sind wir dann doch nicht so weit gekommen wie wir vor hatten, oder wir wurden morgens so penetrant beglotzt, dass wir einen anderen Platz suchten, oder es zog uns einfach weiter. Jetzt, mit rund 60kg auf den Schultern sieht die Sache anders aus. Wir sehen zu, irgendwo anzukommen und dann erstmal dort zu bleiben.
So blieben wir denn auch drei Nächte in Kampala, obwohl uns die Unterkunft nicht wirklich gefiel, und oganisierten dann ein Pauschalangebot mit Transport und Unterkunft zur nächsten Station, Jinja, erstmals wieder nördlich des Äquators. Und zum Trost für die schwere Last, die wir tragen, gönnten wir uns noch einmal etwas besonderes.
Wir gingen paddeln. Mit einem Schlauchboot. An der Quelle des Nils. Die Eingeweihten wissen vielleicht, dass der Nil zwei Quellflüsse besitzt, die beide Abflüsse der großen zentralafrikanischen Seen sind. Der weiße Nil 'entspringt' dem Viktoriasee und muß auf seinen ersten Kilometern mit einer Menge Wasser ein recht großes Gefälle überwinden. Und wenn man mit dem Schlauchboot über viel Wasser paddelt, das mit Schmackes nach unten fließt, nennt man das 'rafting' und man wird ziemlich naß dabei. Manchmal kippt man sogar um.
Am Ende des Tages konten wir aber von uns behaupten, neben einigen anderen sechs Stromstellen 5. Grades (es gibt auch Stromschnellen 6. Grades, aber die bezeichnet man normalerweise als Wasserfall) gemeistert und damit den Nil bezwungen zu haben. Weitere Exkursionen durch Uganda sparten wir uns dafür. Wir blieben noch einen Tag in Jinja und fuhren dann weiter zur kenianischen Grenze.
Uganda wird in den Prospekten gerne 'die Perle Afrikas' genannt. Der Spruch geht auf Stanley zurück, der dabei wohl weniger romantische Assoziationen hatte. Wir haben nicht viel vom Land gesehen, aber was wir sahen, hat uns gut gefallen. Überraschend eigentlich, dass das Land bisher von deutschen Touristen weitgehend übersehen wird, die meisten kommen aus den USA und England.